• Kurs-Nr.
    BS4741
  • Kursgebühr
    645 €
  • Quartal 1
    14.03. - 15.03.2019

Die PCR ist mittlerweile eine der wichtigsten Methoden in der Molekularbiologie. Auf der PCR-Technik basierte STR-Analysen (DNA-Fingerprints) dienen der eindeutigen Identifizierung von Probenmaterialien bei Verwandtschaftsanalysen in der Humangenetik, beim Ausschluss mütterlicher Kontamination in der Pränatal-Diagnostik, sowie bei der Identifizierung von humanen Zelllinien in der Zellkultur. In jedem Punkt haben die Fortschritte eine Disziplin revolutioniert oder sind im Begriff es zu tun. Der genetische Fingerabdruck hat die Forensik schon revolutioniert und die Zelllinienidentifikation wird hoffentlich in den nächsten 5 Jahren das größte und am längsten bekannte Problem in der Zellkultur - die Kreuzkontaminationen - beheben. In diesem Kurs erhalten Sie einen Überblick über alle Einsatzbereiche sowie deren Querverbindungen und setzen das Gelernte im Praxisteil am Beispiel einer Zelllinien-Identifikation um.

Auszug aus dem Kursprogramm

Im theoretischen Teil werden unter anderem folgende Themen behandelt:

  • PCR, DNA- und Genomaufbau, DNA-Polymorphismen und Kapillarelektrophorese
  • Entstehung und Stabilität von STRs, Mutationsrate von STRs
  • Anwendungsbeispiele: Vaterschaftstest, Pränatal-Diagnose, Zellidentifizierung
  • Methoden der Analyse von SNPs, STRs und VNTRs
  • Flussdiagramm für die Analyse einer Probe zur STR-Typisierung

Der Praxisteil umfasst:

  • Präparation der DNA aus Zellpellets oder Kulturmedium
  • STR-PCR und VNTR-PCR, Gelelektrophorese und Kapillarelektrophorese
  • Auswertung und Interpretation des STR-Profils, Datenbankabfrage
  • Berechnung der Vaterschaftswahrscheinlichkeit und Ausschlusswahrscheinlichkeit

Zielgruppe

Technische und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit soliden Grundkenntnissen in der Molekularbiologie und Zellbiologie.

Dozent

Dr. Johannes Becker-Follmann studierte Biologie und Philosophie in Saarbrücken und Freiburg. Er promovierte am Institut für Humangenetik  und Anthropologie über “Vergleichende Genkartierungen bei Mensch und Maus“. Nach Forschungsaufenthalten in Osaka/Japan, Freiburg und  Berlin gründete er im Frühjahr 2000 das Institut für Polymorphismus und Mutationsanalytik Deutschland in Homburg/Saar, das sich hauptsächlich mit der Analyse von DNA verschiedener Spezies beschäftigt. Seit 2002 führt er Schwerpunktseminare und Workshops zu PCR-Themen durch.